Musikqualität – fragt nie einer, muss ich trotzdem oft erzählen

Ich bekomme vor Veranstaltungen immer wieder besondere Musikstücke, die ich unbedingt spielen soll. Das kann zum Beispiel ein ganz besonderes Lied als Eröffnungstanz, Playbackmusik für einen Künstler oder auch eine Begleitmusik für einen Vortrag sein.

Dabei muss ich feststellen, dass beim überwiegenden Teil der Gäste und Musiker ein Verständnis für die (technische) Qualität der Musik verloren gegangen zu sein scheint. Oder es hat nie existiert und es wurden auch früher schon zerkratzte Schallplatten, Mitschnitte vom Mittelwellenradio und Kopien der Kopien der Kopien von Musikkassetten gehört. Am Geld kann es bei Preisen von 99 Cent bis maximal 2,59 pro Song im Download eigentlich nicht liegen. Aber selbst von Spitzenverdienern bekomme ich Musik in erbärmlicher Qualität, sei es zu Tode komprimiert oder aus illegalen Quellen wie Youtube oder Internetradios gerippt … 🙁

In Kurzform alles zu MP3 & Co

Mitschnitte aus Youtube oder von Diensten, die Lieder aus Internetradios kopieren, gehen klanglich gar nicht. (Von den legalen Aspekten mal abgesehen.) Das gleiche gilt für Musik, die stark komprimiert ist.

Alles unter 256 kbps ist klanglich nicht befriedigend. Das mag beim Anhören auf dem Smartphone oder den Lautsprechern des Rechners noch nicht auffallen. Denn genau dafür sind die Algorithmen  von MP3, Youtube & Co. geschaffen worden: um bei hoher Komprimierung (also einer geringen Datenrate) auf billigen Lautsprecherchen noch ansprechend zu klingen. So kosten der Chip, der die digitalen Daten in deinem Smartphone in eines analoges Signal wandelt, nur ein paar Euro (wenn überhaupt einen). Das gleiche gilt auch für den Lautsprecher in diesem. Und zwar selbst beim neuesten und teuersten Apple iPhone oder Samsung Galaxy. Nicht viel mehr wert ist die verbaute Technik im teuersten Macbook Pro oder Lenovo Thinkpad. Auch dort dürften nur einstellige Euro-Beträge für jedes dieser Bauteile ausgegeben worden sein.

Auf eurer Veranstaltung spiele ich aber auf einer Anlage, die einen Listenpreis von zusammen über 10.000 € hat. Und diese macht eben klangliche Unterschiede sehr deutlich hörbar. Wenn eure Musik oder Sprache also klingen soll, beachtet bitte das Folgende. Bitte ausschliesslich WAV-Dateien, FLAC oder ALAC (alle drei bieten volle CD-Qualität), MP3 mit 320 kbps oder M4A mit 256 kbps (diese sind beide komprimiert, versprechen aber CD-Qualität).

Zum Schluss noch ein Hinweis für die ganz Schlauen unter euch: Es ist mit keiner Software der Welt möglich, aus einem stark komprimierten, schlecht klingenden Lied wieder ein gut klingendes zu machen. Die Kompression von MP3 und M4A ist verlustbehaftet. Und was fort ist, ist fort („Wat fott es es fott“ heißt es schon in $ 4 vom Kölschen Jrundjesetz). Man kann zwar eine solche MP3 mit z.B. 128 kbps wieder als WAV-Datei abspeichern. Die Dateigröße nimmt dabei auch dramatisch zu – nur der Klang leider eben nicht.